Volontariat

Allgemeine Informationen zum Volontariat

Nach einem natur- oder geisteswissenschaftlichen Studium bietet ein (nicht)wissenschaftliches, technisches oder museumspädagogisches Volontariat die Möglichkeit, sich meistens für 2 Jahre innerhalb eines Museums oder vergleichbarer kultureller Einrichtungen ausgiebig für die weitere Arbeit im Museum zu qualifizieren. Einige Museen/Einrichtungen wählen hierfür auch die Bezeichnung „Museumsassisten_in in Fortbildung“. Entsprechend der Ausrichtung, Größe oder des Schwerpunkts verlangen manche Einrichtungen ein mit Promotion abgeschlossenes Studium.
Je nach Fachgebiet/Museumsart werden Volontär_innen in den unterschiedlichsten Bereichen als volle Arbeitskraft eingesetzt:
  • Sammlung (Inventarisieren)
  • Forschung
  • Restaurierung / Sanierung / Ausgrabung
  • Ausstellung (Kuratieren)
  • Vermittlung_/_Kommunikation (Museumspädagogik, Öffentlichkeitsarbeit)
  • Museumsmanagement
Idealerweise sollte ein/e Volontär_In nach einem festgelegten „Traineeplan“ die Chance bekommen, alle Bereiche, die das jeweilige Museum bietet, zu durchlaufen und durch eigene projektbezogene praktische Arbeiten (Ausstellungen, Publikationen, Veranstaltungen etc.) entsprechende Referenzen für den weiteren beruflichen Lebensweg zu sammeln. Die Umsetzung wird jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt. Hinsichtlich der Vergütung sowie der Einstufung zwischen Ausbildungsverhältnis und Angestelltenverhältnis ist eine einheitliche Handhabung noch nicht zu verzeichnen, denn rechtlich fällt das Volontariat nicht unter das Berufsbildungsgesetz (siehe Leitfaden Volontariat, S. 4). Die Fragebogenstudie vom AK Volontariat 2019 zeigt, dass die empfohlene Vergütung von 50% TvÖD 13 sich mittlerweile bei rund 85% der Befragten durchgesetzt hat. Einen „Angestelltenvertrag“ oder „Ausbildungsvertrag“ erhalten nur wenige. Die meisten Volontäre_Innen schließen mit der entsprechenden Einrichtung einen Volontariatsvertrag ab und sind damit weder Angestellte noch Auszubildende, sondern irgendwas dazwischen. Trotz dieser unbefriedigenden Situation steigen jedoch die Zahlen der Volontariatsstellen stetig an, und der Betrieb so mancher Einrichtung wäre ohne die „Generation Volontariat“ undenkbar.
In seinem Leitfaden „Das Recht des wissenschaftlichen Volontariats an Museen“ (2017) befasst sich der Jurist Jens Bortloff mit der paradoxen rechtlichen Stellung des Volontariats.
Um einheitliche Bedingungen für das Volontariat zu schaffen, wurden in den vergangenen Jahrzehnten von der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) sowie anschließend vom Deutschen Museumsbund einige Grundsätze und Ansprüche formuliert, an denen sich die Einrichtungen, die Volontariatsstellen anbieten, auch auf Empfehlung des ICOM Deutschland orientieren sollten:
  1. KMK-Grundsätze für die Beschäftigung von wissenschaftlichen Kräften als Volontäre/Volontärinnen:
    a) für Museen + Fortbildungsinhalte
    b) für Denkmalpflege + Fortbildungsinhalte
Auf diesem Beschluss beruht der vom Museumsbund 2018 veröffentlichte „Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat“: Broschüre (PDF)

Um all diese Grundsatzformulierungen stärker in der Museumslandschaft zu verankern, hat sich 2009 die Initiative „Vorbildliches Volontariat“ gebildet, der sich bereits viele Museen in Deutschland angeschlossen haben.

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